Grad der Behinderung

Was ist eigentlich GdB?

GdB ist die Abkürzung für Grad der Behinderung und wird zwischen 20 und 100 ausgesprochen. Es gibt also keine Behinderung von 25 GdB.

Was ist eine Behinderung?

Gesetzlich wurde der Begriff der Behinderung bereits im neunten Sozialgesetzbuch verankert. Danach gilt als Mensch mit Behinderung, wer körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen hat, durch die eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft länger als sechs Monate eingeschränkt ist.

Die Behinderung wird durch Grad der Behinderung (GdB) bestimmt und in Zehnerschritten gestaffelt gemessen. Sofern mehrere Beeinträchtigungen vorliegen, wird aus dem Gesamtbild ein GdB ermittelt und nicht durch Addierung berechnet. Als schwerbehindert gilt, wer ein GdB von 50 hat. Ab 30 GdB kann eine Gleichstellung zur schwerbehinderten Menschen beantragt werden.

Die Bestimmung der GdB

Die Bestimmungen der GdB erfolgt nach den „Versorgungsmedizinischen Grundsätzen“, die ab dem 01.01.2009 neu aufgestellt wurden. Diese stellen Vorgaben dar, wonach bundesweit einheitliche gesundheitliche Beeinträchtigungen einzuordnen sind. In diesen Grundsätzen sind Tabellen vorhanden, anhand derer der Grad der Schädigungsfolgen (GdS) zugeordnet werden können, wodurch dann der Grad der Behinderung festgestellt werden kann.

Vorteile der Feststellung GdB

Die Feststellung der GdB zieht eine Reihe von Rechten nach sich. Dabei können behinderte Menschen, je nach Einzelfall, folgende Ansprüche geltend machen:

  • Schwerbehindertenausweis ab einem GdB von 50
  • Vergünstigungen bei Veranstaltungen
  • Eintragung von Merkzeichen
  • Parkerleichterungen
  • Vergünstigungen im ÖPNV
  • Vergünstigungen bei Kfz-Steuer und im Flugverkehr
  • besonderer Kündigungsschutz
  • Steuervorteile durch Pausch- und Freibeträge
  • eine Arbeitswoche bezahlter Zusatzurlaub im Jahr

Antragstellung für eine GdB

Den Antrag auf Feststellung der GdB wird in Hessen einheitlich geregelt und kann beim Amt für Versorgung und Soziales gestellt werden.

Der Antrag kann auch online hier abgerufen werden. Darin sind alle relevanten Unterlagen aufgelistet, damit dem Antrag so schnell wie möglich stattgegeben werden kann.

Das Verfahren dauert in der Regel sechs Monate für erwerbslose Antragsteller. Bei erwerbstätigen Antragstellern erfolgt die Feststellung innerhalb von drei Wochen. Eine ablehnende Entscheidung kann mit einem Widerspruch angegriffen werden. Über die weitere ablehnende Entscheidung hat dann das Sozialgericht zu urteilen.