Ausbildung

Ausbildung als besonderes Arbeitsverhältnis

Ein Ausbildungsvertrag dient zuerst dem Ausbildungszweck. Daher ist das Ausbildungsverhältnis ein besonderes Arbeitsverhältnis. Wer als Arbeitgeber andere Personen zur Berufsausbildung einstellt, hat mit den Auszubildenden (Azubi) einen Berufsausbildungsvertrag zu schließen (§ 10 BBiG).

Hiervon ausgeschlossen sind:

  • Anlernlinge,
  • Volontäre,
  • Praktikanten,
  • Personen in einem Berufsausbildungsvorbereitungs-,
  • Fortbildungs- und Umschulungsverhältnis oder
  • Beschäftigte in einem Arbeitsverhältnis mit Fortbildungs- und Ausbildungscharakter.

Personen, denen nur auf einem bestimmten beruflichen Gebiet und nicht im Rahmen einer Ausbildungsordnung Kenntnisse, Fertigkeiten oder Erfahrungen vermittelt werden, nennt man Anlernlinge. Die Dauer dieser Anlernzeit liegt in der Regel deutlich unter der Ausbildungszeit von anerkannten Ausbildungsberufen.

Freiwillige, die ihre Berufskenntnisse erweitern oder zusätzliche Kenntnisse in einem fremden Beruf erwerben wollen, aber eben keinen geordneten Ausbildungsgang absolvieren, nennt man Volontäre.

Als Praktikanten werden diejenigen bezeichnet, die sich einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit und Ausbildung im Rahmen einer schulischen bzw. wissenschaftlichen Gesamtausbildung unterziehen, aber dabei keine systematische Berufsausbildung absolvieren. Ob der Schutzbereich des § 26 BBiG für diese Gruppen eröffnet ist, muss im Einzelfall geprüft werden.

Auch Personen, die sich in einem Berufsausbildungsvorbereitungsverhältnis befinden, fallen nicht in den Schutzbereich des Ausbildungsverhältnisses. Die Berufsausbildungsvorbereitung richtet sich anlernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte Personen, deren Entwicklungsstand eine erfolgreiche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf noch nicht erwarten lässt. Solche Vorbereitungssphasen werden regelmäßig von der Bundesagentur für Arbeit gefördert.

Personen in einem beruflichen Fortbildungsverhältnis oder Umschulverhältnis zählen ebenfalls nicht zu den Auszubildenden im Sinne des BBiG.

Ebenfalls kein Berufsausbildungsverhältnis stellt die Durchführung der beruflichen Aus- und Fortbildung im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses dar.

Befristung beachten!

Der Berufsausbildungsvertrag ist und bleibt ein befristeter Vertrag. Das Berufsausbildungsverhältnis wird in der Regel für die Dauer der Ausbildung begründet.

Es endet durch Aufhebung, Bestehen der Abschlussprüfung, Kündigung, Tod des Auszubildenden oder eben einfach durch Zeitablauf. Für das automatische Ende sieht das BBiG in § 21 einige besondere Regeln vor.

Besteht der Auszubildende die Abschlussprüfung nicht, verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis nach § 21 Abs. 3 BBiG auf sein Verlangen hin bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens jedoch um ein Jahr.

Ein Berufsausbildungsverhältnis endet nicht in jedem Fall automatisch nach § 21 Abs. 1 u. Abs. 2 BBiG. Es kann auch vorzeitig durch Kündigung innerhalb der Probezeit, Kündigung nach der Probezeit und jederzeit durch Aufhebungsvertrag.