Aufenthaltserlaubnis

AUFENTHALTSRECHT IN DEUTSCHLAND

Für die Einreise nach Deutschland benötigen Ausländer grundsätzlich einen Aufenthaltstitel. Das Aufenthaltsgesetz sieht insgesamt sieben unterschiedliche Aufenthaltstitel vor: die Aufenthaltserlaubnis, das Visum, die Blaue Karte EU, die ICT-Karte, die Mobiler ICT-Karte, die Niederlassungserlaubnis, die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU.

Während letzten beiden Aufenthaltstitel, die Niederlassungserlaubnis und die Erlaubnis zum Daueraufenthalt EU unbefristet sind, werden alle anderen Aufenthaltstitel lediglich befristet erteilt.

Im Einzelnen unterscheiden sich die Aufenthaltstitel jedoch nicht nur in der Dauer, sondern vor allem auch im Zweck sowie den Voraussetzungen für die Erteilung.

DIE AUFENTHALTSERLAUBNIS

Die Aufenthaltserlaubnis ist ein Aufenthaltstitel, der nur zu einem bestimmten Zweck und immer befristet erteilt wird. Hierzu zählen zum Beispiel der Aufenthalt zum Zweck der Ausbildung oder der Erwerbstätigkeit sowie der Aufenthalt aus familiären, humanitären oder politischen Gründen.

Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zu einem bestimmten Zweck ist jeweils an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die wiederum im Aufenthaltsgesetz genau festgelegt sind. Grundsätzlich ist auch eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis auf Antrag möglich. Erforderlich ist hierfür, dass die Voraussetzungen bei Erteilung der Aufenthaltserlaubnis weiterhin vorliegen. War dem Ausländer bei Erteilung die Erfüllung einer Verpflichtung auferlegt worden, so wird beim Verlängerungsantrag auch die Erfüllung dieser Verpflichtung überprüft.

DAS VISUM

Das Visum wird von der deutschen Auslandsvertretung (Botschaft, Konsulat) im Herkunftsland z.B. als „Schengen-Visa“ oder als „nationales Visa“ ausgestellt. Je nach Zweck und Dauer des beabsichtigten Aufenthaltes in Deutschland entscheidet die deutsche Auslandsvertretung allein über die Erteilung oder muss vor der Entscheidung die zuständige Ausländerbehörde hinzuziehen. Dies ist z.B. erforderlich, wenn der Aufenthalt im Bundesgebiet länger als drei Monate dauern soll.

Je nach Zweck und Dauer des beabsichtigten Aufenthaltes aber vor allem je nach Staatsangehörigkeit, gibt es diverse Einreiseerleichterungen oder aber auch Einreiseerschwerungen.

DIE BLAUE KARTE EU

Die Blaue Karte EU wurde für die Zuwanderung Hochqualifizierter zur Ausübung einer ihrer Qualifikation entsprechenden Beschäftigung eingeführt. Die Voraussetzungen entsprechen weitestgehend den der Aufenthaltserlaubnis. Als weitere Voraussetzung kommt der anerkannte Abschluss eines Hochschulstudiums sowie zumindest ein verbindliches Arbeitsplatzangebot mit einem bestimmten Mindestgehalt nachgewiesen werden. Bei Vorliegen aller Voraussetzungen wird ein auf vier Jahre befristeter Aufenthaltstitel erteilt.

DIE ICT-KARTE & MOBILER ICT-KARTE

Hierbei handelt es sich um einen Aufenthaltstitel für Drittstaatsangehörige, die als Führungskräfte, Spezialisten oder Trainees in einem Unternehmen im EU-Ausland tätig sind und nun in eine Niederlassung entsandt werden, sog. unternehmensinterner Transfer.

Drittstaatsangehörige, die sich im Rahmen des unternehmensinternen Transfers bereits mit einem entsprechenden Aufenthaltstitel in der EU aufhalten, können sich ohne einen nationalen Aufenthaltstitel bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen im Bundesgebiet aufhalten und in der deutschen Niederlassung arbeiten.

NIEDERLASSUNGSERLAUBNIS

Die Niederlassungserlaubnis ist ein uneingeschränktes Daueraufenthaltsrecht, mit der Berechtigung eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Dementsprechend hoch sind auch due Anforderungen an die Erteilung. Unter anderem der gesicherte Lebensunterhalt, der fünfjähre rechtmäßige Aufenthalt im Bundesgebiet, ausreichend Wohnraum und Kenntnisse der deutschen Sprache. Aber auch hier gibt es viele Ausnahme- und Härtefallregelungen. Dieser Titel bietet eine weitgehende Gleichstellung von Drittstaatsangehörigen mit deutschen Staatsangehörigen.

ERLAUBNIS ZUM DAUERAUFENTHALT – EU

Die Erlaubnis zum Daueraufenthalt -EU erhalten Ausländer aus Drittstaaten nach fünfjährigem rechtmäßigem Aufenthalt in einem Mitgliedstaat der EU. Sie entspricht in den Erteilungsvoraussetzungen sowie den mit ihr verbundenen Rechtsfolgen weitestgehend den der Niederlassungserlaubnis. Als weiteres „Plus“ zur Niederlassungserlaubnis beinhaltet die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU das Recht auf Weiterwanderung in die anderen Mitgliedstaaten, sowohl zum Zwecke des einfachen Aufenthaltes als auch zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit.

KEINE AUFENTHALTSTITEL

Entgegen weitläufiger Meinung sind weder die Duldung noch die Aufenthaltsgestattung Aufenthaltstitel. Während die Duldung (Aussetzung der Abschiebung) lediglich Ausländern erteilt wird, die vollziehbar ausreisepflichtig sind, deren Abschiebung aber aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht möglich ist.